Achtung Polizei! Radler fahren besser brav im Juli

Für ein rücksichtsvolles Miteinander wirbt die Kampagne "Gscheid Radeln - aufeinander achten" der Münchner Polizei.

Aufeinander achten ist sehr löblich und das gilt nicht nur für die Radfahrer, sondern für alle Verkehrsteilnehmer. Daher hat die Polizei im April/Mai eine Schwerpunktaktion bei Autofahrern und Fußgängern durchgeführt. Interessant, dass in den genannten Überwachungszahlen die Anzahl der Beanstandungen bei den Fahrradfahrern am höchsten ist (Quelle: Münchner Polizei):

- 6.433 Beanstandungen von Radfahrern
- 3.813 Beanstandungen von Kfz-Führern
- 1.057 Beanstandungen von Fußgängern

Im Juli werden die Radfahrer kontrolliert. Ich bin schon gespannt, wie die Zahlen da aussehen...


Worauf es der Polizei ankommt:
  • nicht besoffen/unter Drogen stehend fahren
  • bei roten Ampeln stehenbleiben 
  • die ausgeschilderten Radwege benutzen (Achtung: als Radweg gilt nur, wo auch das entsprechende blaue Schild steht)
  • die Fahrtrichtung nutzen
  • Richtungswechsel anzeigen
  • nicht mit dem Handy während der Fahrt telefonieren
  • das Radl muss verkehrstüchtig sein (also Bremse, Licht, etc..). Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat DVR hat dazu eine kleine Übersicht zusammengestellt: Checkliste "das sichere Fahrrad" 
Die weiteren Informationen zur Aktion findest Du auf den
Seiten der Bayerischen Polizei


Ich vermisse im alltäglichen Radverkehr tatsächlich sehr, dass die Radfahrer sich abgewöhnt haben, Handzeichen zu geben. Als ich vor vielen, vielen Jahren meine Fahrradführerschein gemacht habe, hiess es, jeder Richtungswechsel ist anzuzeigen. Entweder hat sich seither etwas geändert... ich habe den Eindruck, Handzeichen zu geben, ist völlig out (gilt übrigens auch für das Blinken bei den Autofahrern). 

Ich muss oft im Nachrang stehenbleiben, nur um dann  festzustellen, dass ich hätte fahren können, weil der andere eh woanders hinwollte...

Besonders kritisch sind fehlende Handzeichen auf Radwegen. Plötzliche Richtungswechsel ohne vorherige Ankündigung verlangen dem dahinter Fahrenden einiges ab.

Warum ist das so? Fühlen sich die Radfahrer als Anarchisten, für die schnöde Regeln nicht gelten? Ist der IPod in den Ohren schuld? Oder ist es die Angst, einen Fahrradgriff auszulassen und umzufallen?
Ich werde es vermutlich nie erfahren...