Innovationsforum auf der ISPO Bike

Am Freitag habe ich auf der ISPO Bike das Innovationsforum besucht (ausgerichtet von der Innovationsmanufaktur (www.innovationsmanufaktur.com).

Im Eröffnungsvortrag haben Fahrradpersönlichkeiten über den "Megatrend Radfahren" gesprochen. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

Kevin Mayne (Director of Development, European Cyclists’ Federation - www.ecf.com) empfiehlt einen starken Zusammenschluss der Radfahrer. Die Autoindustrie hätte eine starke Lobby und viel Budget, mit der sie ihre Interessen gut durchsetzen können. So etwas bräuchten die Fahrradfahrer auch.  Er sagt: "It is time for cycling to grow up". Er sieht die cycling embassy, die es in einigen Staaten gibt, als Vorbild. Er sieht auf der Gewinnerseite Themen, die die Arbeitslosigkeit verringern. Seiner Meinung nach wird das Thema Umweltschutz in den nächsten Jahren weniger Budgets zur Verfügung haben. Er spricht von der Schaffung von "green jobs". Die Trends sieht er im Bereichworkplace travel, public bike sharing, folding bikes, parking design for bikes.
Eine starke Platzierung in der Politik wäre für ihn wünschenswert.
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Marianne Weinreich (Vice Chair, Cycling Embassy of Denmark, Head of Mobility at VEKSØ) hat aus ihrer Sicht 10 Trends vorgestellt:

1) Radfahren als Transportmittel/Selbstverständlichkeit
2) Cycle Super Highways:
in Kopenhagen wurde gerade eine 17 Kilometer lange Radstrecke vom Vorort ins Zentrum gebaut, die speziell auf die Bedürfnisse von Pendlern ausgelegt wurde. Das Ziel ist, die Strecke für Radfahrer so schnell wie möglich zu machen, also sowenige Stopps wie möglich. Es gibt Luftpumpen auf dem Weg als zusätzlichen Service. Zukünftig will Kopenhagen 26 dieser Cycle Super Highways bauen.
Es wurde ausgerechnet, dass sich die Kosten von 115 Mio. Euros über 40 Mio. Einsparungen an Gesundheitsausgaben pro Jahr schnell amortisieren
3) Service Facilities:
Für Radfahrer wurden in Kopenhagen zusätzliche Dienste aufgebaut: Luftpumpen, Mülleimer speziell für Radfahrer, Wartungsstationen für kleinere Reparaturen, Fahrradzählstationen (um auch klarzumachen, dass jeder Radfahrer zählt)
4) Kombination von Öffis und Fahrrad
5) Lasträder/Cargoräder:
ist ein Trend in (flachen) Städten. In Kopenhagen haben 25% aller Familien ein Cargobike
6) E-Bike:
das E-Bike wurde früher eher belächelt und als Austrickserei gesehen. Mittlerweile wird es auch stärker genutzt
7) Rennradfahren für Geschäftsleute
Der Golfplatz wird gegen das Rennrad ausgetauscht (hierfür gibt es sogar den Begriff der MAMILS = middle aged man in lycra :)
8) Rennradfahren für Frauen
9) Leistungscomputer
das Erfassen und Teilen von Strecken und Trainingsergebnissen
10) Pimp my bike für Mädchen
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Marco te Brömmelstroet (Fietsfabriek, University of Amsterdam und Blogger auf http://muenchenierung.blogspot.co.at/)
fand es bemerkenswert, etwas zu einem Thema zu erzählen, das für ihn so etwas Selbstverständliches wie Staubsaugen ist.
Hier kam er auch gleich auf den Punkt, dass die Entscheidung, ob jemand Rad fährt, auch von Gewohnheiten und der Meinung anderer beeinflusst wird.
Er hat einen netten Autospot eines bayrischen Autoherstellers gezeigt unter dem Aspekt, wie einsam der Mann in seinem Auto eigentlich ist.